Eine Situationship ist eine der am häufigsten diskutierten Beziehungsformen der modernen Dating-Welt. Sie beschreibt eine romantische Verbindung, die sich irgendwo zwischen Freundschaft und fester Partnerschaft bewegt – ohne klare Definition, ohne Labels und oft ohne Gespräch darüber, was die Beteiligten eigentlich füreinander sind.
Was genau ist eine Situationship?
In einer Situationship verhalten sich zwei Menschen wie ein Paar: Sie treffen sich regelmäßig, zeigen Zuneigung, schlafen miteinander und teilen emotionale Nähe. Was fehlt, ist die klare Absprache, ob das Ganze eine Beziehung ist. Es gibt keine offizielle Bezeichnung, keine Exklusivität und oft auch kein Gespräch über die Zukunft. Man „ist zusammen", ohne zusammen zu sein. Der Begriff setzt sich aus „Situation" und „Relationship" zusammen und beschreibt damit treffend den Schwebezustand.
Woran erkennt man eine Situationship?
Es gibt typische Merkmale, die eine Situationship von einer Beziehung oder einer lockeren Affäre unterscheiden. Ihr trefft euch regelmäßig, aber plant nie langfristig – Verabredungen sind spontan und kurzfristig. Die Beziehung wird im Freundeskreis oder in der Familie nicht vorgestellt oder nur vage erwähnt. Auf die Frage „Was sind wir eigentlich?" kommt keine klare Antwort oder das Gespräch wird vermieden. Es gibt emotionale Nähe und Intimität, aber keine Verbindlichkeit oder Exklusivitäts-Versprechen. Einer von beiden investiert oft mehr als der andere – emotional, zeitlich oder organisatorisch. Zukunftsgespräche werden gemieden oder bleiben oberflächlich.
Warum entstehen Situationships?
Es gibt verschiedene Gründe, warum sich Menschen in Situationships wiederfinden. Bindungsangst ist einer der häufigsten – eine oder beide Personen scheuen die Verbindlichkeit einer festen Beziehung. Bequemlichkeit spielt eine Rolle: Die aktuelle Situation ist angenehm genug, um nichts zu verändern, aber nicht stark genug, um den nächsten Schritt zu gehen. Unklare Absichten entstehen, wenn beide unterschiedliche Vorstellungen haben, aber nicht darüber sprechen. Die moderne Dating-Kultur mit ihrem Überangebot an Optionen fördert das Phänomen: Warum sich festlegen, wenn die nächste Möglichkeit nur einen Swipe entfernt ist? Manche Situationships entstehen auch aus Timing-Gründen – einer der beiden ist gerade nicht bereit für eine Beziehung, möchte die Verbindung aber nicht aufgeben.
Situationship vs. Friends with Benefits vs. Beziehung
Die Grenzen sind fließend, aber es gibt Unterschiede. Bei Friends with Benefits steht die Freundschaft im Vordergrund, ergänzt um Sex – romantische Gefühle werden bewusst ausgeklammert. In einer Situationship sind romantische Gefühle oft vorhanden, werden aber nicht benannt oder definiert. Eine feste Beziehung zeichnet sich durch ein klares Commitment, Exklusivität und gemeinsame Zukunftsplanung aus. Die Situationship liegt genau in der Mitte: mehr Gefühl als FWB, weniger Definition als eine Beziehung.
Tipps für den Umgang mit einer Situationship
Wenn du in einer Situationship steckst und dir mehr wünschst, ist offene Kommunikation der wichtigste Schritt. Sprich an, was du empfindest und was du dir wünschst – das sogenannte DTR-Gespräch (Define the Relationship). Ja, das kann unbequem sein, aber die Alternative ist, monatelang in Unsicherheit zu leben. Setze dir selbst eine Frist: Wenn sich nach einem ehrlichen Gespräch nichts ändert, sei bereit, die Konsequenz zu ziehen. Mach dir klar, was du wirklich willst – manchmal bleibt man in einer Situationship, weil man Angst vor dem Alleinsein hat, nicht weil die Verbindung wirklich erfüllend ist.
Wenn du mit der Situationship zufrieden bist, ist das ebenfalls in Ordnung. Nicht jede Verbindung muss eine klassische Beziehung werden. Wichtig ist nur, dass beide Seiten ehrlich zueinander sind und die gleichen Erwartungen haben.
Wann sollte man eine Situationship beenden?
Wenn du darunter leidest, mehr zu wollen, als die andere Person bereit ist zu geben. Wenn die Unklarheit dein Selbstwertgefühl beeinträchtigt. Wenn du merkst, dass du andere Chancen verpasst, weil du emotional an diese Person gebunden bist. Wenn das Gespräch über die Zukunft immer wieder blockiert wird. In all diesen Fällen ist es gesünder, die Situationship zu beenden und dich für jemanden zu öffnen, der deine Gefühle erwidert und bereit ist, sich zu committen.
Fazit
Situationships sind ein Produkt der modernen Dating-Kultur und an sich weder gut noch schlecht. Entscheidend ist, ob die Situation für beide Seiten funktioniert. Wer sich eine klare Beziehung wünscht, sollte diesen Wunsch kommunizieren und bei Bedarf weitergehen. Seriöse Dating-Plattformen können helfen, Menschen zu finden, die ähnliche Beziehungsvorstellungen haben. Bei DatingExperte.com vergleichen wir die besten Anbieter – von Casual Dating bis zur ernsthaften Partnersuche – damit du die Plattform findest, die zu deinen Wünschen passt.