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Ghosting

Plötzlicher und vollständiger Kontaktabbruch ohne Erklärung – die Person antwortet nicht mehr auf Nachrichten oder Anrufe und verschwindet einfach. Ghosting ist eines der häufigsten und emotional belastendsten Phänomene im modernen Online-Dating.

Ghosting gehört zu den bekanntesten und gleichzeitig frustrierendsten Phänomenen der modernen Dating-Welt. Der Begriff beschreibt den plötzlichen und vollständigen Kontaktabbruch einer Person – ohne Erklärung, ohne Vorwarnung, ohne Verabschiedung. Die geghostete Person bleibt mit offenen Fragen zurück und versteht oft nicht, was passiert ist.

Woher kommt der Begriff Ghosting?

Das Wort leitet sich vom englischen „ghost" (Geist) ab – die Person verschwindet wie ein Geist. Obwohl das Phänomen so alt ist wie menschliche Beziehungen selbst, hat der Begriff erst mit dem Aufkommen von Online-Dating und Smartphones in den 2010er-Jahren an Bedeutung gewonnen. Die digitale Kommunikation macht es besonders leicht, jemanden einfach zu ignorieren, weil kein persönliches Gegenüber da ist, das eine Reaktion einfordert. 2015 wurde „Ghosting" erstmals in den Collins English Dictionary aufgenommen.

Warum ghosten Menschen?

Die Gründe für Ghosting sind vielfältig, aber einige Muster treten immer wieder auf:

Konfliktvermeidung ist der häufigste Grund. Viele Menschen empfinden ein Abschlussgespräch als unangenehm und wählen den vermeintlich einfacheren Weg des Schweigens. Desinteresse spielt ebenfalls eine große Rolle – wenn die Chemie nicht stimmt, fehlt manchen die Motivation, das mitzuteilen. Überforderung durch zu viele Matches und Gespräche gleichzeitig führt dazu, dass einzelne Kontakte einfach fallen gelassen werden. Emotionale Unreife zeigt sich darin, dass die Person nicht gelernt hat, schwierige Gespräche zu führen. Manchmal stecken auch persönliche Krisen, psychische Belastungen oder eine neue Beziehung dahinter. In seltenen Fällen ist Ghosting auch eine Schutzreaktion auf übergriffiges oder unangenehmes Verhalten.

Woran erkennt man die Anzeichen?

Ghosting kommt selten aus heiterem Himmel. Häufig gibt es Vorboten: Die Antwortzeiten werden deutlich länger, Nachrichten werden kürzer und einsilbiger, Treffen werden verschoben oder abgesagt, Initiative kommt nur noch von einer Seite, und das Interesse an persönlichen Details lässt nach. Wenn mehrere dieser Signale gleichzeitig auftreten, kann das ein Hinweis auf bevorstehendes Ghosting sein – oder bereits auf Slow Fading, die schleichende Variante des Kontaktabbruchs.

Die emotionalen Auswirkungen

Ghosting kann erhebliche psychologische Folgen haben. Studien zeigen, dass der unklare Abschluss besonders belastend ist, weil das Gehirn nach Erklärungen sucht und keine findet. Betroffene berichten von Selbstzweifeln, Grübeln, Vertrauensverlust und sogar depressiven Verstimmungen. Besonders schmerzhaft ist Ghosting nach mehreren Dates oder in einer bereits bestehenden Beziehung, weil mehr emotionale Investition im Spiel war. Das fehlende Feedback macht es schwer, die Erfahrung einzuordnen und abzuschließen.

Tipps zum Umgang mit Ghosting

Wenn du geghostet wirst, ist der wichtigste Rat: Nimm es nicht persönlich. Ghosting sagt mehr über die andere Person aus als über dich. Schicke maximal eine kurze, sachliche Nachricht – zum Beispiel: „Ich habe das Gefühl, der Kontakt ist eingeschlafen. Falls kein Interesse mehr besteht, ist das okay – aber eine kurze Rückmeldung wäre fair." Wenn keine Antwort kommt, akzeptiere die Situation. Lösche den Kontakt, wenn es dir hilft, und sprich mit Freunden über deine Gefühle. Vermeide es, der Person nachzustellen oder dutzende Nachrichten zu schicken.

Ghosting vs. Slow Fading

Während Ghosting ein abrupter Schnitt ist, beschreibt Slow Fading das langsame Ausklingenlassen eines Kontakts. Nachrichten werden weniger, Treffen seltener, bis der Kontakt einschläft. Beide Varianten vermeiden ein offenes Gespräch, doch Slow Fading wird von manchen als „sanfter" empfunden – ist aber genauso respektlos, weil die betroffene Person im Unklaren gelassen wird.

Fazit

Ghosting ist eine Realität des modernen Online-Datings, die fast jeder aktive Nutzer von Dating-Portalen kennt. Die beste Strategie ist, selbst fair zu kommunizieren und zu akzeptieren, dass nicht jeder das tun wird. Seriöse Dating-Plattformen setzen zunehmend auf Funktionen wie verifizierte Profile, Chat-Erinnerungen und Feedback-Systeme, um Ghosting einzudämmen. Wer auf Portalen mit aktiven Nutzern und guten Matching-Algorithmen unterwegs ist, hat bessere Chancen auf verbindliche Kontakte. Bei DatingExperte.com findest du Testberichte zu allen großen Anbietern – damit du die Plattform findest, die zu dir passt.

Häufige Fragen

Die wichtigsten Fragen zu Ghosting – kurz beantwortet.

Was ist Ghosting beim Dating?

Ghosting bedeutet, dass eine Person plötzlich und ohne Erklärung jeden Kontakt abbricht. Sie antwortet nicht mehr auf Nachrichten, Anrufe oder andere Kontaktversuche – als hätte sie nie existiert. Es kann nach wenigen Nachrichten, mehreren Dates oder sogar in einer Beziehung passieren.

Warum ghosten Menschen?

Die häufigsten Gründe sind Konfliktvermeidung, Desinteresse, Überforderung mit der Situation oder schlicht mangelnde emotionale Reife. Manche Menschen empfinden es als einfacher, den Kontakt abzubrechen, als ein unangenehmes Gespräch zu führen. Die Anonymität des Online-Datings senkt die Hemmschwelle zusätzlich.

Wie geht man mit Ghosting um?

Nimm es nicht persönlich – Ghosting sagt mehr über die andere Person aus als über dich. Schicke maximal eine kurze Nachricht zur Klärung. Wenn keine Antwort kommt, akzeptiere die Situation und gehe weiter. Konzentriere dich auf Kontakte, die echtes Interesse zeigen und verlässlich kommunizieren.

Ist Ghosting unhöflich?

Ja, die meisten Experten und Betroffenen empfinden Ghosting als respektlos. Eine kurze, ehrliche Nachricht wie 'Ich habe leider kein Interesse mehr' ist immer besser als Funkstille. Eine Ausnahme gilt bei Bedrohungen oder übergriffigem Verhalten – dann ist sofortiger Kontaktabbruch legitim.

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Zombieing

Wenn jemand, der einen geghostet hat, plötzlich wieder auftaucht – wie ein Zombie von den Toten auferstanden. Typisch: eine beiläufige Nachricht nach Wochen oder Monaten der Funkstille.

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Orbiting

Nach dem Ende eines Kontakts weiterhin in den sozialen Medien präsent sein – Storys ansehen, Posts liken, aber nie direkt kommunizieren. Der "Orbiter" kreist wie ein Satellit um die Person.

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Slow Fading

Langsames Ausklingenlassen eines Kontakts oder einer Beziehung durch immer weniger Kommunikation – eine sanftere, aber nicht weniger schmerzhafte Form des Ghostings. Antwortzeiten werden länger, Treffen seltener, Nachrichten kürzer, bis der Kontakt schließlich einschläft. Slow Fading wird von vielen als feige empfunden, weil ein offenes Gespräch ehrlicher wäre. Im Online-Dating ist Slow Fading besonders häufig, weil die Hemmschwelle für ein klärendes Gespräch bei digitalen Kontakten höher ist.

Haunting

Nach dem Ghosting weiterhin die Social-Media-Profile der Person verfolgen, Storys ansehen oder Likes verteilen – ohne direkten Kontakt aufzunehmen. Die geghostete Person bemerkt die Aktivität und fragt sich, warum der Kontakt nicht wiederaufgenommen wird. Haunting ist emotional verwirrend, weil es Hoffnung nährt und gleichzeitig Frustration erzeugt. Es kann auch ein Zeichen von Reue sein, ohne den Mut zu haben, sich zu melden.

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Jemanden "auf der Bank" halten – regelmäßig Kontakt pflegen, flirten, aber kein echtes Interesse an einer Beziehung haben. Die Person wird als Backup-Option warmgehalten.

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