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Catfishing

Sich online als jemand anderes ausgeben – mit gefälschten Fotos und erfundener Identität. Catfishing wird oft betrieben, um emotionale Zuwendung, finanzielle Vorteile oder persönliche Daten zu erschleichen.

Catfishing ist eine der größten Gefahren im Online-Dating und beschreibt das bewusste Erstellen eines gefälschten Profils mit gestohlenen Fotos und erfundener Identität. Der Catfish – so wird die täuschende Person genannt – gibt sich als jemand anderes aus, um andere Menschen emotional, finanziell oder auf andere Weise auszunutzen.

Woher kommt der Begriff?

Der Begriff Catfishing wurde durch den gleichnamigen US-Dokumentarfilm „Catfish" aus dem Jahr 2010 bekannt, in dem der Filmemacher Nev Schulman entdeckt, dass seine Online-Bekanntschaft eine komplett falsche Identität hat. Die anschließende MTV-Serie „Catfish: The TV Show" machte das Phänomen weltweit bekannt. Der Ursprung des Namens geht auf eine Anekdote im Film zurück: Fischer fügten angeblich Welse (Catfish) zu Kabeljau-Transporten hinzu, um den Fisch frisch und aktiv zu halten – ähnlich wie Catfisher das Online-Leben „aufmischen".

Welche Motive stecken hinter Catfishing?

Die Beweggründe von Catfishern sind vielfältig. Emotionale Bedürfnisse sind ein häufiger Antrieb – manche Menschen sind einsam, unsicher über ihr Aussehen oder sozial isoliert und erstellen ein attraktiveres Alter Ego, um Zuwendung zu bekommen. Finanzielle Motive spielen ebenfalls eine große Rolle: Sogenannte Romance Scammer bauen über Wochen oder Monate eine emotionale Bindung auf, um dann unter Vorwänden Geld zu erbitten. Rachsucht kann ein Motiv sein, etwa wenn jemand einen Ex-Partner oder eine andere Person gezielt täuschen und bloßstellen möchte. Langeweile und der Nervenkitzel der Täuschung treiben manche Catfisher an. In seltenen Fällen geht es um Identitätsdiebstahl, also das Sammeln persönlicher Daten für kriminelle Zwecke.

Woran erkennt man einen Catfish?

Es gibt mehrere typische Warnsignale, auf die du achten solltest. Zu perfekte Profilfotos, die wie professionelle Model-Aufnahmen aussehen, sollten stutzig machen. Ein Profil mit sehr wenigen Fotos oder nur Bildern aus einem einzigen Shooting ist verdächtig. Der Catfish weicht Video-Calls konsequent aus – die Kamera ist angeblich immer kaputt oder die Internetverbindung zu schlecht. Widersprüchliche Angaben zu Beruf, Wohnort oder persönlicher Geschichte sind ein klares Warnzeichen. Auffällig ist auch eine schnelle emotionale Eskalation: Schon nach wenigen Nachrichten fallen große Worte wie „Seelenverwandter" oder sogar „Ich liebe dich". Treffen werden immer wieder verschoben – es gibt ständig neue Ausreden. Und natürlich: Geldforderungen jeder Art sind das deutlichste Alarmsignal.

Wie kannst du dich schützen?

Nutze die umgekehrte Bildersuche von Google oder TinEye, um Profilfotos zu überprüfen. Bestehe auf einem Video-Call, bevor du dich emotional zu stark einlässt. Achte auf Konsistenz in den Erzählungen deines Gegenübers. Teile keine sensiblen Daten wie Adresse, Arbeitsplatz oder Finanzinformationen. Sende niemals Geld an Personen, die du nicht persönlich kennst. Nutze Dating-Plattformen mit Profilverifizierung – viele seriöse Anbieter bieten mittlerweile ID- oder Foto-Checks an.

Catfishing vs. Kittenfishing

Während Catfishing eine komplett gefälschte Identität bedeutet, ist Kittenfishing die „Light-Version": Dabei werden nur bestimmte Aspekte geschönt – stark bearbeitete Fotos, ein paar Jahre jünger gemacht, der Jobtitel etwas aufgehübscht. Kittenfishing ist zwar nicht so gravierend wie Catfishing, aber ebenfalls irreführend und führt oft zu Enttäuschungen beim ersten Treffen.

Die Rolle der Verifizierung

Seriöse Dating-Portale setzen zunehmend auf Verifizierungssysteme, um Catfishing einzudämmen. Dazu gehören Selfie-Verifizierung (ein Foto in einer bestimmten Pose machen), ID-Checks und Social-Media-Verknüpfungen. Profile mit Verifizierungsbadge sind deutlich vertrauenswürdiger. Bei DatingExperte.com bewerten wir in unseren Testberichten auch die Sicherheitsmaßnahmen der einzelnen Plattformen.

Was tun, wenn du gecatfisht wirst?

Brich den Kontakt sofort ab, sobald du den Verdacht hast, getäuscht zu werden. Sende auf keinen Fall Geld. Sichere alle Beweise durch Screenshots von Profilen, Nachrichten und Fotos. Melde das Profil bei der Dating-Plattform. Wurde bereits ein finanzieller Schaden angerichtet oder handelt es sich um eine kriminelle Handlung, erstatte Anzeige bei der Polizei. Informiere gegebenenfalls die Person, deren Fotos missbraucht wurden.

Fazit

Catfishing ist eine ernste Bedrohung im Online-Dating, die von harmloser Identitätstäuschung bis hin zu organisiertem Betrug reichen kann. Mit einem gesunden Maß an Vorsicht, den richtigen Überprüfungsmethoden und seriösen Dating-Plattformen kannst du das Risiko deutlich minimieren. Vertraue deinem Bauchgefühl – wenn etwas zu schön klingt, um wahr zu sein, ist es das meistens auch.

Häufige Fragen

Die wichtigsten Fragen zu Catfishing – kurz beantwortet.

Was ist Catfishing?

Catfishing bezeichnet das Erstellen eines falschen Online-Profils mit gestohlenen Fotos und erfundener Identität, um andere Menschen zu täuschen. Die Täter geben sich als jemand anderes aus, um emotionale, finanzielle oder persönliche Vorteile zu erlangen.

Wie erkennt man einen Catfish?

Typische Anzeichen sind: zu perfekte Profilfotos, Ausweichen bei Video-Calls, widersprüchliche Angaben, schnelle emotionale Eskalation und Ausreden, warum ein Treffen nicht möglich ist. Nutze die Google-Bildersuche, um Fotos zu überprüfen.

Was tun, wenn man gecatfisht wird?

Brich den Kontakt sofort ab und sende kein Geld. Melde das Profil bei der Dating-Plattform und erstatte bei Betrug Anzeige bei der Polizei. Sichere Beweise (Screenshots) und informiere ggf. die Person, deren Fotos missbraucht wurden.

Verwandte Begriffe

Diese Dating-Begriffe solltest du ebenfalls kennen.

Kittenfishing

Die Light-Version von Catfishing: Sich online etwas besser darstellen als man ist, ohne sich komplett als jemand anderes auszugeben. Typische Formen sind veraltete Fotos, stark bearbeitete Bilder, übertriebene Angaben bei Größe oder Beruf und das Verschweigen unangenehmer Details. Kittenfishing ist im Online-Dating weit verbreitet und fällt meist beim ersten Treffen auf. Tipp: Verwende aktuelle, unbearbeitete Fotos und sei ehrlich in deinen Angaben – die richtigen Matches kommen durch Authentizität.

Fake-Profil

Ein Profil mit falschen Angaben, gestohlenen Fotos oder komplett erfundener Identität. Fake-Profile werden für verschiedene Zwecke erstellt: Liebesbetrug (Romance Scam), Werbung, zum Aufblähen der Mitgliederzahlen einer Plattform oder aus Langeweile. Erkennungszeichen sind: professionelle Model-Fotos, vage Beschreibungen, schnelle Liebeserklärungen und Bitten um Geld. Seriöse Dating-Portale bekämpfen Fake-Profile durch Verifizierung, manuelle Prüfung und KI-gestützte Erkennung.

Romance Scam

Liebesbetrug im Internet – Kriminelle erstellen attraktive Fake-Profile, bauen über Wochen oder Monate eine emotionale Bindung auf und bitten dann um Geld. Typische Vorwände: medizinische Notfälle, Reisekosten für ein Treffen oder geschäftliche Engpässe. Romance Scams verursachen allein in Deutschland jährlich Schäden in Millionenhöhe. Warnsignale: Die Person will sich nie per Video zeigen, wohnt angeblich im Ausland und die Beziehung eskaliert emotional sehr schnell. Niemals Geld an Online-Kontakte senden.

Verifizierung

Die Prüfung der Echtheit eines Profils durch die Dating-Plattform, um Fake-Profile und Betrug zu reduzieren. Gängige Methoden sind Foto-Verifizierung (ein Selfie in bestimmter Pose), Abgleich mit Personalausweis, Telefonnummer-Bestätigung oder Video-Verifikation. Verifizierte Profile erhalten meist ein blaues Häkchen und genießen höheres Vertrauen. Tipp: Bevorzuge Plattformen mit Verifizierungssystem und lass dein eigenes Profil verifizieren – das erhöht deine Glaubwürdigkeit und Match-Rate deutlich.

Benching

Jemanden "auf der Bank" halten – regelmäßig Kontakt pflegen, flirten, aber kein echtes Interesse an einer Beziehung haben. Die Person wird als Backup-Option warmgehalten.

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Breadcrumbing

Kleine Aufmerksamkeiten ("Brotkrumen") verteilen, um jemanden bei der Stange zu halten, ohne echtes Interesse an einer Beziehung. Gerade genug, um Hoffnung aufrechtzuerhalten.

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